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Lese-Rechtschreibschwäche - Legasthenie

bedeutet eine Schwäche bzw. Störung im Bereich des Lesens und/oder Schreibens.

Es besteht die Annahme, dass die Schwäche/Störung in einer Vernetzung verschiedener Ebenen begründet sein kann: Genetische Faktoren und / oder frühe schädigende Einflüsse, eine andere Funktionsverteilung im Gehirn sowie Defizite in der kognitiven Informationsverarbeitung.

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten stellen kein einheitliches Störungsbild dar. Die Verschiedenartigkeit der Symptomatik legt damit nahe, dass die Ursachen nicht bei allen Menschen gleich sind.

Neben der grundlegenden Fähigkeit zur Konzentration und Aufmerksamkeit beziehen sich mögliche Funktionsdefizite auf:
  • die Struktur, Organisation und Strategiewissen
     
  • die Gliederung der Lautstruktur in die einzelnen Elemente sowie dem Aufbau der Struktur aus ihren einzelnen Teilen
     
  • die Vernetzung von visuellen und auditiven Informationen
     
  • den schnellen Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
     
  • die Speicherung im Kurzzeitgedächtnis
     
  • die Erfassung kurzer, in schneller zeitlicher Abfolge auftretender Reize
     
  • die Automatisierung (in Diskussion)


Es besteht die Möglichkeit, dass die Lese- u./o. Rechtschreibproblematik mit anderen Entwicklungsstörungen auftritt wie:
  • Dyskalkulie
     
  • Verzögerung der motorischen Koordination und in der visuellen Wahrnehmung
     
  • Sprachentwicklungsverzögerungen oder Sprachentwicklungsstörungen
     
  • Phonologischen Störungen (Unterschiede, besonders bei ähnlichen Lauten. Sie können aufgrund einer auditiven Verarbeitungsschwäche nicht unterschieden und damit auch nicht gebildet werden).
     
  • Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (30-50% aller legasthenen Kinder haben ADHS)


Als Folge der psychischen Belastungen können sich Angststörungen und Depressionen entwickeln.

„Kinder, die in der zweiten Klasse noch immer größere Probleme beim Lesen und Schreiben haben, gelingt es bis zum Ende der Pflichtschulzeit kaum ohne spezielle Hilfe die Schwierigkeit zu überwinden“ (aus Klicpera/Schabmann/Gasteiger-Klicpera; Legasthenie)


Folgende Teilbereiche können betroffen sein:
  • Leseverständnis
  • Lesesicherheit
  • Lesegeschwindigkeit
  • Rechtschreibsicherheit
  • Schriftliche Ausdrucksfähigkeit


Für die Diagnose einer Legasthenie sind folgende Richtwerte ausschlaggebend:
  • Die Intelligenz liegt nicht im Bereich einer geistigen Behinderung
  • Der Rechtschreib-Lesetest ergibt, dass 90% der Vergleichskinder eine bessere Leistung erzielt haben.
  • Die Rechtschreib- und Leseleistung müsste im Vergleich mit der Intelligenz deutlich besser sein.


Der Bundesverband für Legasthenie empfiehlt unter anderem Therapieansätze nach
  • Küspert/Schneider/Plume: Hören, Lauschen, Lernen I und II
  • Dummer/Hackethal: Kieler Lese- bzw. Rechtschreibaufbau
  • Reuter-Liehr: Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung
  • Schulte-Körne: Marburger Rechtschreibtraining

Alle genannten Verfahren werden in meiner Praxis eingesetzt.


Ich berate Sie gerne, ob und welche Lernsoftware zu Hause eingesetzt werden kann. In der Therapie wie auch zu Hause kann dies motivationsfördernd sein. Kinder, die nicht gerne mit der Hand schreiben, gehen unbelasteter an die Aufgaben heran. Der Effekt, der durch den Umstand, dass das endgültige Ergebnis keine Fehler aufweist, ausgelöst wird, kann es einem Kind erleichtern, sich wieder interessierter dem Schreiben und Lesen zuzuwenden, da das Kind sich durch viele Negativ - Erfahrungen oft nur ungern mit Schreiben und Lesen beschäftigt.

Ältere Kinder brauchen neben der Therapie Hausaufgabenunterstützung oder wenn möglich, Zusatzangebote in der Schule, um die aktuellen Inhalte des Deutschunterrichtes aufzuarbeiten. Erkundigen Sie sich bitte, ob an Ihrer Schule ein solches Angebot existiert.
 
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